Blogparaden: Von Schokoholics, Sommerdomizilen und Lieblingsorten

Eine Parade, das erinnert an marschierende Trompeter und Posaunisten und mit Fähnchen winkende, jubelnde Menschenmassen auf der Zuschauertribüne. Stellt man das Wörtchen ‘Blog’ davor, hört es sich plötzlich ganz schick modern an. Hinter der Blogparade verbirgt sich eine Art Einladung an andere Blogger, in einem bestimmten Zeitraum einen Beitrag zu einem festgelegten Thema zu veröffentlichen. Diese Beiträge sind auf den Ausgangsartikel zurückverlinkt und können so leicht und aufmerksamkeitswirksam geteilt werden.

Welche Voraussetzungen sind für eine erfolgreiche Blogparade erforderlich?
Der Organisation einer Blogparade beginnt eigentlich nicht mit dem dazugehörigen Blogpost, sondern bereits mit einiger Netzwerkarbeit im Vorfeld. Für eine erfolgreiche Blogparade ist es wichtig, gut mit anderen Bloggern vernetzt zu sein, die sich gerne beteiligen und so auch dem eigenen Blog Aufmerksamkeit verschaffen möchten. Den Bekanntheitsgrad kann man beispielsweise durch aktives Kommentieren und die Teilnahmen an Blogparaden anderer Blogger steigern. Grundsätzlich gilt: Je bekannter ein Blog ist, desto mehr andere Blogger nehmen erfahrungsgemäß an einer Blogparade teil.

Wie starte ich selbst eine Blogparade?

1. Ein geeignetes Thema finden: Das bedeutet in erster Linie, ein Thema zu wählen, an dem man selbst wirklich interessiert ist. Eine Blogparade aus puren Marketingzwecken zu starten, hat wenig Sinn und kommt bei anderen Bloggern nicht gut an.

2. Die Blogparade kurz und prägnant erklären: Die meisten Leser möchten nicht erst eine lange Erklärung bewältigen müssen, bevor sie selbst mit ihrem Beitrag zur Blogparade loslegen können. Dennoch sollte man darauf achten, alle wichtigen Infos zu bieten.

3. Die Dauer der Blogparade festlegen: Ein Zeitraum von etwa vier Wochen hat sich dabei bewährt. Dabei hat jeder Teilnehmer genügend Vorlaufzeit, um einen Post zu erstellen, und Nachzügler können noch einsteigen.

4. Im Ausgangsartikel befreundete Blogger nominieren und sie zur Teilnahme an der Blogparade einladen: Dabei sollte man nicht vergessen, regelmäßig neue Blogposts unter dem eigenen Ausgangsartikel zu verlinken.

5. Die Blogparade angemessen abschließen: Konkret bedeutet das, nach Ablauf der Frist einen Abschlusspost mit Dank, Fazit und den Links aller Teilnehmer zu veröffentlichen. So können die Leser von dieser Seite ausgehend die gesamte Blogparade nachverfolgen.

Was bringt eine Blogparade?
Das Plus: Jeder Blogger profitiert von der Community der anderen und präsentiert sich potenziellen neuen Lesern, die durch die Blogparade auf den eigenen Blog aufmerksam geworden sind. Außerdem verbessert sich die Vernetzung der Blogger untereinander sichtbar, schließlich entstehen aus einer Blogparade oft neue Trackbacks und Kooperationen.

Gibt es das auch für Unternehmensblogs?
Was ursprünglich bei Freizeitbloggern begonnen hat, haben inzwischen auch einige Unternehmen für sich entdeckt: Blogparaden sind ein wunderbares Mittel, um Bloggern die Möglichkeit zu geben, sich mit kreativen Ideen rund um ein Produkt oder eine Destination auszutoben. Einige davon stellen wir nun vor:

Die Bausparkasse Schwäbisch Hall machte 2013 mit einer Blogparade zum Thema ‘Was ist euer Lieblingsplatz im Sommer?’ auf sich aufmerksam. Kunden und die Blogleserschaft konnten so aktiv eingebunden werden. Unter den Teilnehmern wurden außerdem attraktive Preise verlost.

Das Veranstaltungsportal ‘Leipzig leben’ verfolgte eine ähnliche Strategie: Bei der Blogparade zum einjährigen Bloggeburtstag standen Geschichten rund um Leipziger Lieblingsorte im Mittelpunkt. Auch hier winkten Gewinne wie Shirts, Jahresabos einer Zeitschrift oder Restaurantgutscheine.

‘Die Schokoholics sind los’ lautete das Motto der Blogparade von Tchibo. Die zwölf ausgesuchten Food-Blogger sollten mit dem passenden Sortiment des Kaffeeherstellers Backwaren zum Thema ‘Schokolade’ kreieren. Zu gewinnen gab es  – natürlich – Schokolade.

Mit allen Mitteln: Interaktives Storytelling

Storytelling ist inzwischen in aller Munde. Der neueste Trend bei Unternehmen geht noch einen Schritt weiter: Interactive Storytelling setzt auf verschiedenste multimediale Elemente, die oft auf einer Website versammelt sind und dem Leser die Geschichte als Gesamterlebnis näherbringen. Ein bisschen erinnert diese Idee an den Hypertext-Gedanken aus den 90er Jahren.

Vorläufer für das interaktive Storytelling war die Reportage ‘Snow Fall. The Avalanche at Tunnel Creek’, mit der die New York Times 2012 auf sich aufmerksam machte. Darin wird auf einer eigenen Website die lebensgefährliche Abfahrt von 16 Skifahrern mit atmosphärischen Bild-, Text- und Videoelementen auf anschauliche Weise erzählt. Erst die Kombination der verschiedenen Wahrnehmungsmöglichkeiten schafft für den Leser ein multimediales Rundum-Erlebnis. An welcher Stelle die Geschichte beginnt, kann dabei jeder Einzelne nach Belieben auswählen und sich so seine eigenen Erzählreihenfolge schaffen.

Für Unternehmen bietet das interaktive Storytelling ganz neue Möglichkeiten, die eigene Unternehmensgeschichte zu erzählen oder Kunden gezielt für Produkte zu interessieren. Dabei sind vor allem Scroll-Activated-Animations im Trend: Scrollt man mit der Maus nach unten, beginnen automatisch Animationen oder kleine Filme, die den User aktiv in eine Geschichte einbinden. Das machen sich beispielsweise Unternehmen wie der Automobilhersteller GMC oder das Beratungsunternehmen Bizbrain zu nutze.

Selbst eine interaktive Storytelling-Site zu erstellen, ist glücklicherweise dank einiger benutzerfreundlicher Apps kein Hexenwerk mehr. So launchte der WDR pünktlich zur diesjährigen re:publica das Multimedia-Tool ‘Pageflow’, das inzwischen für jedermann kostenlos zur Verfügung steht. Auch Adobe hat kürzlich mit ‘Voice’ eine iPad-App auf den Markt gebracht, die interaktives Storytelling mittels einer Vielfalt von vorgefertigten Themes einfacher gestalten soll. Eine spannende Entwicklung in Sachen Storytelling. Bleibt abzuwarten, wie die Geschichte weitergeht.

Strategie: Dronevertising

Dass Drohnen längst außerhalb des militärischen Aktionsbereichs angekommen sind, zeigten bereits die futuristischen Zustellideen des Online-Händlers Amazon. Jetzt ist auch Coca-Cola auf diesen Zug aufgesprungen. Gemeinsam mit der Werbeagentur Ogilvy & Mather und der Organisation Singapore Kindness Movement hat der Getränkehersteller mit seiner Kampagne ‘Happiness from the Skies’ einen Viral Hit ins Netz gestellt, der zugleich bewegend und eine großartige Werbeidee ist – ‘Dronevertising’ sozusagen.

Die Story? Um Bauarbeitern zu danken, die lange Zeit von ihren Familien in der Heimat getrennt sind, um Hochhäuser in Singapur zu errichten, lässt Coca-Cola Getränkedosen mit persönlichen Dankesbotschaften der Einwohner von Singapur auf die Baustellen einfliegen – per ferngesteuerter Drohnen. Die handgeschriebenen Nachrichten sorgen bei den Bauarbeitern für überraschte Gesichter und gerührte Blicke.

Unser Fazit: Eine gelungene Mischung aus Markenbotschaft, emotionalem Storytelling und viralem Content.

Local SEO und die Offline-Welt

Wann haben Sie das letzte Mal zu den Gelben Seiten gegriffen? Gar nicht so leicht, sich zu erinnern. Muss lange her sein…

Google statt Gelbe Seiten
Dank Internet und Suchmaschinen sind lokale Branchen- und Adressenverzeichnisse wie Gelbe Seiten und Das Örtliche obsolet geworden. Die meisten Leute bemühen heutzutage Google, wenn sie einen Elektriker, einen Zahnarzt oder ein Restaurant suchen. Klar, denn die Google-Suche liefert nicht nur Website, Adresse und Telefonnummer. Auf einer Karte kann ich zudem sehen, wo genau sich die gesuchte Adresse befindet. Im Idealfall gibt es auch noch Kundenbewertungen dazu.

Den meisten Unternehmen ist der Wandel des Suchverhaltens nicht entgangen. Sie setzen daher verstärkt auf lokale Suchmaschinenoptimierung.

‘Suchmaschinenoptimierung soll Webseiten eine möglichst gute Platzierung unter den Suchergebnissen verschaffen und damit viele neue, potenzielle Kunden anziehen. Vor allem . . . [klein- und mittelständische] Unternehmen leben von der Kundschaft vor Ort. Für sie ist es daher besonders wichtig, von potenziellen Kunden aus ihrer Stadt gefunden zu werden. Local SEO versucht, die Positionierung am eigenen Standort zu verbessern.’1

Die Zukunft der ‘local SEO’
Optimierte Keywords, gute Kundenbewertungen und möglichst viele Erwähnungen auf fremden Seiten wurden lange Zeit als die drei wichtigsten Elemente einer guten ‘local SEO’ angesehen. Doch das ist nicht mehr gut genug! In Zukunft wird man sich auf andere Dinge konzentrieren.
Großes Potenzial hat die Analyse des Offline-Verhaltens von Nutzern. Mit iBeacon hat Apple bereits eine entsprechend einsetzbare Technologie parat. iBeacon kann prinzipiell dazu genutzt werden herauszufinden, ‘ob jemand, der nach einem Unternehmen sucht, dieses anschließend auch besucht.’2 Navigationsdienste wie Google Maps bieten vermutlich ähnliche Möglichkeiten.

Eine Suchmaschine könnte dann das Verhalten einer bestimmten Nutzergruppe analysieren, um herauszufinden, welche Locations beliebt sind. Einem Suchenden, der einer bestimmten Nutzergruppe zugeordnet werden kann, könnten dann direkt passende Locations in seiner Umgebung vorgeschlagen werden.

Schöne neue Marketing-Welt!

Whitepaper: Das Ende der Cookies

Im Jahr 1997 revolutionierten Cookies die Nutzererfahrung im Internet. Die kleinen Dateien ermöglichten erstmals die Wiedererkennung von Internetnutzern. Plötzlich waren personalisierte Inhalte im Web möglich. Die Internetwerbung machte sich das zu Nutze. Bald kam kein Werbetreibender im Internet mehr ohne Cookies aus.

Heute, im Jahr 2014, hat sich das Nutzungsverhalten der Menschen und ihre Einstellung zu kleinen Dateien, die persönliche Daten speichern, verändert. Cookies haben ausgedient! Wieso das so ist und welche Alternativen es gibt, lesen Sie in unserem neuen Whitepaper ‘Das Ende der Cookies’.

#Wearehappy am Bayerischen Untermain

Seit Wochen kommt keiner mehr an Pharrell Williams und seinem Hit ‘Happy’ vorbei: angefangen mit dem 24-stündigen Musikvideo des Künstlers, dem Erfolg des Liedes im Hörfunk bis hin zu den vielen Remakes, die dem Song und der Botschaft dahinter zum viralen Erfolg verholfen haben. Unter dem Motto ‘We are happy from …’ posten täglich fröhliche Menschen Videos, die ihre Heimatstadt und die Menschen dort zeigen.

Die Inhalte der gut vier Minuten langen Clips sind immer ähnlich: Glückliche Menschen, die durch die Straßen, Geschäfte und Parks ihrer Stadt tanzen. Dennoch ist jedes Video einzigartig, denn jedes einzelne fängt das Flair des Drehortes und die Stimmung seiner Bewohner ein. Glücklich sein, das können wir am Bayerischen Untermain natürlich auch, nicht umsonst zählt die Region zu den lebenswertesten in Deutschland.

Kurzerhand haben auch wir uns dazu entschieden, die Schönheit und Besonderheit von Obernburg und der Region des Bayerischen Untermains in die Welt zu tragen: Dazu haben wir uns die Aschaffenburger Kollegen der B2 Communications GmbH Werbeagentur und ihrer Produktionsfirma GRÜNEWIESE FILM ins Boot geholt. Gleich zwei Happy-Videos sind so entstanden, eines für jede Stadt.

Selbstverständlich möchten wir auch euch noch ein Stückchen glücklicher machen. Das geht ganz einfach, indem ihr unser Video auf Youtube anschaut und uns bei der Gelegenheit in einem Kommentar verratet, was euch in eurer Stadt so richtig ‘happy’ macht. Wenn unser Video 10.000 Views erreicht, verlosen wir unter allen Kommentaren zwei VIP-Tickets für das Obernburger mamuku Festival mit The BossHoss, Nena, Revolverheld und vielen mehr.

 

Auch beim Dreh waren wir ziemlich happy! Einen kleinen Blick hinter die Kulissen unserer Dreharbeiten mit GRÜNEWIESE FILM gibt es hier:

BSB_HappyDreh1

BSB_HappyDreh2

BSB_HappyDreh3

BSB_HappyDreh4

 

 

Virales Kussvideo: Zu schön um wahr zu sein

Stellen Sie sich vor, Sie müssten einen Fremden küssen. Tatia Pilievas Schwarzweißfilm ‘First Kiss’ transportiert dieses Gedankenexperiment in die Realität. Zwanzig Fremde küssen sich vor der Kamera. Es ist der Versuch, die Magie des ersten Kusses filmisch einzufangen. Untermalt von melancholischem Pop-Folk bedient der Film das aktuelle ästhetische Empfinden. Das Publikum will Menschen ‘wie du und ich’, echte Emotionen und das wahre Leben sehen – oder zumindest das, was es dafür hält. Die küssenden Fremden entsprechen nicht dem Durchschnitt. Tatsächlich sind es hauptsächlich Models und Schauspieler. Das mindert nicht die Romantik des Werks, aber es lässt Zweifel an dessen Authentizität aufkommen. ‘First Kiss’ ist zu schön, um wahr zu sein…

Es gibt keine schlechte Publicity
Tatsächlich steckt hinter dem Projekt das Modelabel WREN. Mit ‘First Kiss’ beschreitet das Unternehmen neue Marketingpfade. Es wird weder für ein Produkt noch konkret für eine Marke geworben. Doch durch die mediale Aufmerksamkeit, die das Video erregte, profitiert WREN letztlich trotzdem. Bereits Oscar Wilde erkannte: ‘Es gibt nur eine Sache auf der Welt, die schlimmer ist als wenn über einen gesprochen wird, und das ist, wenn nicht über einen gesprochen wird.’